Unser Camper Ausbau – die Dusche

Von Anfang an war für uns klar, dass wir eine Dusche in unserem selbst ausgebauten Camper haben wollten. Wir haben vorher viel recherchiert, um uns eine große Bandbreite an Anregungen zu holen. Das Ergebnis haben wir euch in diesem Beitrag zusammengefasst. Wir nehmen euch Schritt für Schritt mit und zeigen euch wie wir die Nasszelle in unserem Campervan Balu selbst gebaut haben.

Dieser Arbeitsschritt im Überblick

Materialaufwand:
mittel

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Zeitaufwand:
hoch

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Schwierigkeit:
mittel bis hoch

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Warum überhaupt eine Dusche bzw. eine Nasszelle im Camper?

Auf die Frage warum wir unbedingt eine Nasszelle in unserem Campervan haben wollten sind wir bereits in unserem Beitrag über die Planung eingegangen. Für uns war von Anfang an klar, dass wir die Möglichkeit haben wollten nach einer langen Wanderung eine warme Dusche zu nehmen. Außerdem war uns wichtig, immer eine Toilette dabei zu haben. Zwar ist der Bau einer Nasszelle relativ aufwändig und nimmt viel Platz weg, manchmal fehlt einem dieser Platz auch an anderer Stelle. Wir wollten aber auf diesen Luxus einfach nicht verzichten.

Deswegen haben wir bei Kauf und der Planung unseres Balu direkt darauf geachtet, dass wir einen Transporter mit Stehhöhe finden. Sonst gestaltet sich das Duschen etwas schwierig.

Natürlich gibt es auch die Möglichkeit einer Außendusche, wir wollten die Möglichkeit zum Duschen allerdings nicht vom Wetter abhängig machen.

So entschieden wir uns also für den Einbau einer Dusche in unseren Balu. Wir überlegen uns allerdings gerade, ob wir uns zusätzlich noch eine Solardusche für Außen kaufen.

Die Planung

Aus unserer Sicht ist bei diesem Projekt die Planung einer der wichtigsten Schritte. Denn eine Dusche in den Bus einzubauen birgt ein hohes Risiko. Ist hier etwas undicht, dann hat man direkt ein großes Problem und schnell einen Wasserschaden.

Wenn man zu diesem Thema das Internet durchstöbert stößt man auf viele Varianten. Für uns stand im Vordergrund, dass wir alles selbst machen konnten. Deswegen entschieden wir uns dafür, eine fertige Duschwanne aus Kunstsoff zu kaufen. Hier gab es zum Glück etwas in der passenden Größe. Unsere stammt auf dem Campingbedarf.

Die Wände wollten wir mit PVC bekleben und die Stoßkannten mit Silikon abdichten. PVC ist als Bodenbelag sehr beliebt und es gibt ihn allen erdenklichen Mustern und Farben. Wir haben uns für einen PVC in Fließen-Optik entschieden. Er ist wasserfest und eignet sich deswegen auch als Wandbelag für die Dusche. Zusätzlich war uns wichtig, dass sich die Wände nicht „kalt“ anfühlen.

Außerdem hatten wir PVC bereits als Bodenbelag in unserem Campervan verwendet und wussten, dass er gut zu verarbeiten ist.

Der Wandaufbau unserer Dusche im Camper

Die größte Herausforderung an der Dusche ist aber die Türe. Diese muss dicht abschließen. Wir hatten  vorgesehen eine normale Multiplexplatte, die wir innen ebenfalls mit PVC beschichteten, als Türe zu verwenden. Die Übergänge wollten wir mit klassischen Dichtprofilen aus dem Baumarkt abdichten.

Gleich vorweg, das hat nicht wirklich gut funktioniert.

Bereits nach den ersten paar Mal duschen auf unserer Schweden Reise hatten wir Wasser im Bus. Wir entschieden uns einen Duschvorhang anzubringen. Das würden wir auch jedem empfehlen. Denn die Türe zu 100% dicht zu bekommen ist extrem schwer und aufwändig. Ein Duschvorhang löst dieses Problem einfach, schnell und kostengünstig.

So haben wir die Dusche in unserem Camper selbst gebaut

Als Erstes mussten wir eine Grundkonstruktion bauen. Dazu haben wir alles ausgemessen und uns dabei an der Duschwanne orientiert. Die Duschwanne gibt die genauen Abmessungen der späteren Nasszelle im Camper vor und auch die genaue Position.

Hier muss man genau darauf achten, dass an der Stelle an die später der Duschablauf kommt, unter dem Bus auch Platz ist. Es gibt nichts Schlimmeres als die Dusche fertig eingebaut zu haben und dann beim Bohren des Ablaufes zu merken, dass man genau auf einem Träger landet. 

Der Grundrahmen für die Dusche

Wir haben uns für eine Duschwanne mit den Abmessungen B 830 x T 670 x H 55 mm entschieden. Ist die Position gefunden, dann startet man am besten mit dem Bau eines Hilfsrahmens für die Duschwanne.

Dazu haben wir einen einfachen Rahmen aus Dachlatten zusammengeschraubt. Die Kannte setzten wir mit der Oberfräse leicht ab. Dadurch passt die Wanne perfekt auf den Rahmen und nichts verrutscht. Das Prinzip entspricht dem beim Einbau der Fenster.

Die Hilfskonstruktion für unsere Duschwanne

Die Seitenwände

Die Seitenwände haben wir aus dünnen Multiplex-Platten gemacht. Wir sind einfach mit den gewünschten Abmessungen in den Baumarkt gegangen. Dort wurden uns die Platten direkt in der passenden Größe zugesägt. 

Diese Multiplex-Platten haben wir zunächst einmal an der dafür vorgesehenen Position in unseren Bus eingepasst.

Nachdem alle Aussparungen ausgesägt waren haben wir alles wieder ausgebaut. Nun konnten wir auf der Außenseite der Duschwände eine Konterlattung für die spätere Befestigung im Bus anbringen.

Im nächsten Schritt mussten wir den PVC-Belag noch zuschneiden. Dabei waren wir großzügig und haben den Bodenbelag an allen Seiten ca. 50 mm überstehen lassen. Dies machten wir um diesen Überstand später umzuknicken und so auch die Schnittkannten vor dem eindringen von Feuchtigkeit zu schützen.

Wir streichen die Grundkonstruktion unserer Dusche

Zusätzlich haben wir das Holz mit einer schützenden Grundierung gestrichen. Falls die Dusche doch einmal undicht werden sollte, fault so nicht gleich das ganze Holz zusammen.

PVC-Belag als Innenverkleidung für die Dusche in unserem Camper

Nun konnten wir die Platten mit dem PVC-Belag bekleben. Wir haben uns dazu im Baumarkt beraten lassen und uns in diesem Fall für einen Spezialkleber entschieden.

Dieser Kleber lässt sich am besten mit einer Zahn-Spachtel auftragen. Einfach gleichmäßig auf der Multiplexplatte und dem PVC auftragen. Hier muss man allerdings zügig arbeiten, da der Kleber recht schnell antrocknet.

Wir haben mit der Rückwand der Dusche angefangen. Diese haben wir fest mit der Karosserie verschraubt um einen Fixpunkt zu bekommen.

Der Nachteil daran ist, man muss diese eine Wand der Dusche direkt im Campervan bekleben, da man den PVC ja nicht mit Schrauben durchlöchern möchte…

Wir haben uns hier mit einem Brett und zwei Schraubzwingen beholfen. So lässt es sich leichter arbeiten.

Wir bekleben die erste Wand unserer Dusche im Camper mit PVC
Die restlichen Wände unserer Camper Dusche kommen dazu

Die restlichen Wände haben wir im ausgebauten Zustand beklebt. Das ist deutlich einfacher und auch problemlos möglich, da man später unkompliziert an die Rückwände kommt.

Anschließend konnten wir die ersten drei Wände unserer Dusche wieder in unseren Bus einbauen. Die letzte Wand (mit der Türe) haben wir noch weg gelassen, denn im nächsten Schritt mussten wir die Duschwanne einpassen.

Die letzte Wand und die Decke der Dusche

Nachdem die Seitenwände saßen, konnten wir die letzte Wand befestigen.

Diese haben wir zunächst mit Schraubzwingen fixiert. Anschließen konnten wie sie einfach stirnseitig in die Konterlattung der Seitenwände verschrauben.

Wir befestigen die letzte Wand unserer Vandusche

Da die Seitenwände der Dusche nun komplett waren ging es an die Decke.

Wir haben uns hier für Nut- und Federbretter entschieden. Diese haben wir zunächst auf die passende Länge gesägt. Anschließend haben wir sie mit einer Konterlattung als komplette Einheit an die Decke unseres Campervans geschraubt. Dazu haben wir den Hilfsrahmen unseres Dachfensters genutzt.

Zusätzlich haben wir zur Beleuchtung noch einen Deckenspot integriert.

Die Duschwanne einpassen

Da wir bereits bei unserer Grundkonstruktion sorgfältig gearbeitet hatten, passte unsere Duschwanne direkt beim ersten Mal in die Dusche.

Den Hilfsrahmen haben wir dann mit dem Boden des Vans und den Seitenwänden der Duschkabine verschraubt. Nun haben wir alles ordentlich mit Sanitärsilikon abgedichtet.

Im nächsten Schritt haben wir die Duschwanne mit Silikon in den Hilfsrahmen kleben. Hier haben wir im Bereich des späteren Ablaufes besonders viel Silikon verwendet.

Den Ablauf unserer Dusche bohren

Für den Ablauf mussten wir, mal wieder, ein Loch in unseren Balu bohren. Auch wenn wir beim Einbau der Fenster schon einige Öffnungen in unseren Bus geschnitten hatten, war es immer noch ein komisches Gefühl.

Wir haben zur Sicherheit alles mehrfach gemessen bevor wir mit einem kleinen Bohrer das erste Mal vorgebohrt haben. Glücklicherweise hat alles genau gepasst. Wir kamen exakt dort raus wo wir es haben wollten. 

Nun konnten wir die kleine Bohrung mit einer Lochsäge auf den passenden Durchmesser für den Ablauf aufbohren. Später werden wir dann unter dem Fahrzeugboden noch einen Abwassertank anbringen.

Die Außenverkleidung der Dusche

Nachdem die Nasszelle nun von innen fast komplett war, konnten wir mit der Außenverkleidung weitermachen. Dazu haben wir von außen auf unsere Konterlattung wieder Multiplex-Platten geschraubt. So hatten wir eine extrem stabile und doch leichte Konstruktion.

Die Türe

Wie bereits beschrieben ist die Türe das kritischste Element der Nasszelle. Diese ordentlich dicht zu bekommen ist extrem schwierig. Unser Plan war es hier mit Dichtprofilen zu arbeiten. Diese Profile haben wir an die Innenwand unserer Dusche geklebt.

Abdichten unserer Duschtüre

Wir wollten so sicherstellen dass die Türe sauber abschließt. Wie sich aber später gezeigt hat, funktionierte das nicht wirklich. Das Problem dabei ist, dass im unteren Bereich der Türe ein Absatz entsteht auf dem sich das Wasser staut. Dieses kann dann, vor allem in den Ecken, zwischen Türe und Wand durchlaufen. 

Deswegen würden wir die Türe heute nicht mehr so bauen.

Anbringen und anschließen der Armaturen

Als nächstes ging es an die Duscharmaturen. Die Abmessungen der Gewinde bzw. der Fittings werden oft in Zoll angegeben. 

Deswegen haben wir hier eine kleine Tabelle zur Übersicht für euch erstellt:

Abmessung in Zoll Außengewinde in mm Innengewinde in mm
1/8"9,5 mm8,8 mm
1/4"12,5 mm11,5 mm
3/8"16,2 mm15,3 mm
1/2"20,3 mm19,5 mm
3/4"25,7 mm24 mm
1"32,5 mm30,5 mm
1 - 1/4"41,3 mm39,5 mm
1 - 1/2"47,8 mm46,3 mm
2"59,6 mm56,6 mm

Zunächst haben wir den Stich der Bohrungen für die Wasseranschlüsse an unserer Armatur gemessen. Es steht zwar auch auf der Verpackung, aber sicher ist sicher.

Dieses Maß kann man dann auf die Wand der Dusche übertragen. Aus Platzgründen haben wir uns hier für abgewinkelte Anschlüsse* entschieden. Diese haben auf der einen Seite ein Innengewinde an dem man die Doppelnippel der Mischbatterie anschließen kann. Auf der anderen Seite haben sie ein Außengewinde für die Schlauchanschlüsse.

Abgewinkelter Wasseranschluss für den Camper

Die beiden abgewinkelten Anschlüsse haben wir dann auf eine Latte geschraubt um sie von außen mit der Seitenwand der Dusche verschrauben zu können.

Nun mussten wir nur noch von der Innenseite alles mit Silikon abdichten.

Die Vorbereitungen für die Duscharmatur

Als Abdichtung für die Gewinde haben wir uns für Teflonband entschieden. Das war zwar das erste Mal etwas knifflig aber man hat den dreh schnell raus.

Tipp:

Wichtig bei der Verwendung von Teflonband ist, dass man immer mit der Gewinderichtung wickelt, also rechts herum. Sonst dreht man das Teflonband beim Einschrauben wieder ab oder beschädigt es. Außerdem darf man nicht zu wenige Wicklungen machen, sonst ist die Verbindung undicht. Macht man aber zu viele Wicklungen kann es sein dass man die Muffe beim Einschrauben beschädigt (oder das Gewinde gar nicht erst eingeschraubt bekommt). Da muss man einfach probieren.

Unsere fertige Vandusche

Mit den bei der Duscharmatur aus dem Baumarkt beiliegenden Doppelnippeln konnten wir nun die Mischbatterie mit den Winkelstücken verschrauben und alles in unserer Nasszelle montieren.

Toilette und Boden

Unsere Toilette im Camper

Zusätzlich zur Dusche wollten wir noch eine Toilette in unserem Bus haben. Wir entschieden uns hier für das PortaPotti*. Den großen Vorteil den wir bei diesem Modell sahen war die dazu passend erhältliche Bodenplatte*.

Mit dieser Bodenplatte kann man die komplette Toilette zur Entleerung oder Reinigung einfach entnehmen.

Montageplatte für unsere Toilette

Um die Bodenplatte in unserer Nasszelle befestigen zu können haben wir in unsrer Duschwanne einen zweiten Boden aus Kunststofflattenfließen eingesetzt. Außerdem hat dieser den Vorteil, dass zwischen Standfläche und Duschwanne nochmal ein Abstand entsteht. 

So kann man, auch wenn der Camper etwas schräg steht und das Wasser nicht sofort komplett abläuft, theoretisch kurz nach dem Duschen auf die Toilette und bekommt keine nassen Füße.

Duschvorhang

Da wie bereits erwähnt unsere Türe nicht komplett dicht abgeschlossen hat, haben wir uns auf unserer ersten Reise einen Duschvorhang nachgerüstet. Dieser schützt die Türe beim Duschen vor dem Wasser und wir hatten so keine Probleme mehr mit der Undichtigkeit.

Fazit

Wir sind inzwischen sehr zufrieden mit unserer Dusche. Bis auf die Türe würden wir sie wieder ganz genauso bauen. Im Nachhinein war es eigentlich auch gar nicht so schwierig unsere Ideen umzusetzen. Vor dem Einbau der Dusche in unseren Balu hatten wir uns das wesentlich schwieriger vorgestellt.

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Unser Camper Ausbau – die Planung

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