Unser Camper Ausbau – Fenster selbst einbauen

In diesem Beitrag geht es um den nachträglichen Einbau der Fenster in unseren Camper. Da wir uns, wie wohl die meisten, für einen gebrauchten Transporter entschieden hatten, mussten auch wir nachträglich Fenster einbauen.

Für viele stellt sich hier die Frage, ob sie den Einbau selbst vornehmen oder die Fenster einbauen lassen. Wir hatten uns nach etwas Recherche im Internet dazu entschieden, die Fenster selbst einzubauen.

Die größte Herausforderung ist , dass man keinen zweiten Versucht hat. Alles muss auf’s erste Mal passen.

Dieser Arbeitsschritt im Überblick

Materialaufwand:
hoch

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Zeitaufwand:
mittel

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Schwierigkeit:
hoch

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Warum überhaupt Fenster in den Camper einbauen?

Bevor es jedoch los ging stellten wir uns die Frage, warum überhaupt Fenster einbauen und wenn ja wo?

Wie viele Transporter hatte unser Ford Transit bereits in den Heck-Türen Fenster integriert. Durch diese Fenster kommt aber relativ wenig Licht ins Innere. Außerdem lassen sich diese nicht öffnen.

Das sind aus unserer Sicht auch schon die beiden Hauptgründe für Fenster, nämlich die Belüftung und das Licht. Nun stellte sich noch die Frage nach dem „wo“. Aber auch das war schnell beantwortet. Denn unser geplanter Innenraum ließ hier nicht so viel Spielraum übrig. Bei der Auswahl der Position solltet ihr außerdem beachten, dass ihr keine tragenden Teile des Rahmens durchtrennen müsst.

So entschieden wir uns dafür, dass wir auf jeden Fall bei unserer Sitzbank ein zusätzliches Fenster haben wollten. Außerdem wollten wir, ein Fenster im Bereich unserer Küchenzeile, um auch hier eine ausreichende Belüftung zu haben.

Als letztes befassten wir uns mit der Dusche. Hier ist eine Belüftung extrem wichtig. Dabei wollten wir aber wegen der Nässe auf ein seitliches Fenster verzichten, und so entschieden wir uns im Bad für ein Dachfenster *.

Welche Fenster für den Camper?

Am Markt gibt es eine große Auswahl an Fenstern. Für uns war klar, wir möchten die Fenster zum Lüften öffnen können wenn es regnet. Daher fiel unser Entschluss sehr schnell auf Aufstellfenster.

Schiebefenster würden zwar auch gehen, aber bei Schiebefenster kann es leichter hineinregnen. Der Vorteil von Schiebefenstern ist aber, dass sie nach außen weniger aufbauen als Aufstellfenster.

Das war für uns aber kein Problem. Solange man mit den Fenstern innerhalb der maximal angegebenen Fahrzeugmaße bleibt, entstehen keine Probleme mit der Zulassung. Außerdem gibt es Aufstellfenster mit einem Innenrahmen * in die bereits ein Rollladen und ein Fliegengitter integriert sind. Das fanden wir sehr praktisch!

Fenster in den Camper einbauen - Aufstellfenster

Auf eines sollte man aber achten und zwar, dass die Fenster für euren Camper ein e-Prüfzeichen haben. Dann gibt es auch keine Probleme beim TÜV.

Der Einbau der Fenster in unseren Camper

Nachdem wir nun die passenden Fenster ausgewählt und bestellt hatten ging es an den Einbau.

Bei unseren Fenstern war immer eine Bedienungsanleitung dabei, aber auch so ist das Prinzip eigentlich immer das Gleiche:

Zuerst einen Rahmen aus Holz bauen

Dieser Rahmen wird zum einen benötigt um auf die passende Wandstärke zu kommen, und zum anderen um dem Fenster Stabilität zu verleihen.

Ein weiterer nützlicher Vorteil ist, dass dieser Rahmen gleichzeitig als Schablone für den Ausschnitt verwendet werden kann.

Im Grunde ist der Bau relativ simpel. Einfach vier Holzlatten abmessen, absägen und zusammenschrauben.

Ausschnitt an der Fahrzeugkarosserie anzeichnen

Fenster in den Camper einbauen - Holzrahmen als Schablone

Das ist der Arbeitsgang bei dem am meisten schief gehen kann. Wenn man sich hier vermisst und es nicht merkt, dann ist auch der Ausschnitt falsch.

Wir haben als Schablone einfach den Rahmen verwendet und konnten so sicher sein, zu groß wird das Loch in unserem Balu schon mal nicht.

Außerdem lässt sich der Rahmen super ausrichten damit das Loch auch gerade ist und das Fenster später sauber sitzt.

Am besten macht man das zu zweit, einer hält den Rahmen und der andere misst und zeichnet an.

Die Vorbereitung für den Ausschnitt

Bevor wir die Stichsäge angesetzt haben, wollten wir sicher stellen dass wir den Lack um das Fenster herum nicht beschädigen.

Deswegen haben wir den geplanten Ausschnitt großzügig mit Klebeband abgeklebt.

Fenster in den Camper einbauen - Lack mit Klebeband schützen
Anzeichnen und mit Folie schützeneichnen und mit Folie schützen

Außerdem noch ein Tipp:

Wenn ihr innen eine Folie o.ä. auslegt dann könnt ihr die Späne die beim Sägen entstehen auffangen und müsst sie später nicht mühsam aussaugen.

Nachdem wir alles mindestens 5 mal nachgemessen und kontrolliert hatten folgte der letzte Vorbereitungsschritt.

Wir haben in alle vier Ecken Bohrungen gesetzt, damit wir mit dem Stichsägenblatt eintauchen konnten. Hier müsst ihr nur darauf achten nicht direkt in die Eckte zu bohren, sondern etwas nach innen versetzt.

Ausschneiden (z.B. mit der Stichsäge)

Fenster in den Camper einbauen - Ausschnitt mit Stichsäge

Nun ging es endlich an den eigentlichen Ausschnitt. Für diesen Schritt ist es wichtig dass man ein scharfes, für Metalle geeignetes Sägeblatt * verwendet.

Nachdem das Loch ausgeschnitten ist, folgt der wohl spannendste Moment beim Fenster Einbau – die erste Probe, ob der Ausschnitt passt.

Grundsätzlich haben wir den Ausschnitt eher etwas zu eng gemacht und dann mit der Feile nachgearbeitet. Das war uns lieber als ein zu großes Loch im Camper zu haben.

Nachdem wir mit den letzten Anpassungsarbeiten fertig waren folgte noch die Behandlung der Schnittkannten mit Rostschutzlack.

Schnittkannte mit Rostschutz behandeln

Tipp:

Wenn ihr ca. die Hälfte des Ausschnittes gesägt habt, fängt das Blech an zu flattern.
Abhilfe schafft hier die Fixierung mit Klebeband.
Dieses hat auch den Vorteil, dass euch das Blech nicht auf die Füße fällt oder den Lack verkratzt, wenn der Ausschnitt fertig ist.

Rahmen einkleben

Fenster in den Camper einbauen - Rahmen mit Sikaflex einkleben

Als nächster Schritt folgt das einkleben des Rahmens. Wir haben dafür Sikaflex 221 * verwendet. Das klebt wirklich absolut super!

Einfach das Sikaflex dick auf den Rahmen auftragen und an die Karosserie andrücken. Anschließen hat man nochmal Zeit den Rahmen sauber auszurichten.

Nachdem wir mit der Position zufrieden waren haben wir den Rahmen mit Schraubzwingen fixiert und ließen das Sikaflex antrocknen.

Rahmen mit Schraubzwingen fixieren

Fenster einsetzten

Fenster in den Camper einbauen - Fenster mit Sikaflex einkleben

Nachdem das SikaFfex getrocknet war und der Rahmen fest an seiner Position saß, ging es an das Einsetzten des Fensters.

Für die Abdichtung haben wir Sikaflex 710 * verwendet. Dieses hat den Vorteil, dass es nicht ganz aushärtet und so die „Bewegungen“ des Fahrzeugs bei beispielsweise Temperaturschwankungen ausgleichen kann. So bleibt es dicht.

Nachdem wir auch hier rund um das Fenster genügend Sikaflex aufgetragen hatten (lieber zu viel als zu wenig), schoben wir das Fenster durch den Ausschnitt

Achtet darauf, dass ihr das Fenster richtig herum einsetzt, ein Fehler ist hier schnell passiert. 

Anschließen haben wir das Fenster mit dem Innenrahmen fixiert und ließen alles über Nacht durchtrocknen.

Am nächsten Tag haben wir dann das überstehende Sikaflex abgezogen.

Fenster mit Schraubzwingen fixieren

Info:

Beim MiniHeki Dachfenster von Dometic * werden zusätzlich noch Abstandshalter für die Fixierungen benötigt. Diese sind nicht im Lieferumfang enthalten und müssen extra bestellt werden. Die Länge ist abhängig von eurer Wandstärke bzw. eurem Rahmen.

Fazit

Der Selbsteinbau der Fenster in unseren Campervan war die richtige Entscheidung, bis jetzt sind alle Fenster dicht und im Nachhinein war es gar nicht so kompliziert.

Wichtig ist, dass man sich Zeit nimmt und alles lieber zweimal nachprüft. Denn wie schon am Anfang beschrieben – man hat hier keinen zweiten Versuch. Ist das Loch einmal ausgeschnitten, dann ist es drin und nur mit extremem Aufwand wieder zu verschließen.

Trotzdem bleibt es immer ein komisches Gefühl in sein Fahrzeug ein Loch zu schneiden, beim ersten Ausschnitt geht der Puls dann doch ganz schön hoch, aber beim zweiten und dritten Fenster fiel es uns immer leichter.

Wir würden es wieder genauso machen und sind mit unseren Fenstern sehr zufrieden. Was uns richtig gut gefällt ist das in den Innenrahmen integrierte Fliegengitter und der Rollladen.

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