Unser Camper Ausbau – Dämmung

In diesem Beitrag erzählen wir euch, wieso und wie wir unseren selbst ausgebauten Camper Balu mit Dämmung ausgestattet haben. Beim Thema Dämmung im selbst ausgebauten Van scheiden sich die Geister, das merkt man schon nach wenigen Minuten Googeln. Auch wir haben lange recherchiert und uns unsere Meinung dazu gebildet.

Dieser Arbeitsschritt im Überblick

Materialaufwand:
hoch

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Zeitaufwand:
mittel

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Schwierigkeit:
leicht bis mittel

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Warum überhaupt eine Dämmung im Camper?

Die Frage, warum wir uns überhaupt die Mühe machen sollten unseren Balu zu dämmen war schnell geklärt. Wir wollten, auch wenn es draußen mal kälter ist, nicht ständig die Heizung laufen lassen müssen.

Doch unserer Recherche hat noch weiteres ergeben, eine Dämmung bzw. Isolation hat noch weitere Vorteile. Denn sie reduziert nicht nur das Abwandern der Wärme aus dem Innenraum bei niedrigen Außentemperaturen, sondern auch das Aufheizen des Innenraums bei hohen Außentemperaturen.

Das kennt jeder von Zuhause. Im Winter soll die Wärme im inneren, und im Sommer soll die Hitze draußen bleiben.

Der eigentliche Hauptgrund für eine Dämmung ist also das verhindern von kondensierender Feuchtigkeit, die als Folge der Temperaturunterschiede zwischen Innen- und Außenraum entsteht.

Einfach erklärt passiert im Camper nämlich folgendes:

Die warme Luft im Innenraum (wie die Luft erwärmt wurde spielt erstmal keine Rolle, ob durch eine Heizung oder einfach durch die Abwärme von uns) nimmt die von uns abgegebene Feuchtigkeit auf.

Diese warme Luft trifft nun auf das kalte Blech des Vans. Jetzt muss man wissen, dass kalte Luft weniger Feuchtigkeit aufnehmen kann als Warme.

Wenn nun die warme Luft mit der aufgenommenen Feuchtigkeit auf das kalte Blech des Vans trifft, kühlt diese ab. Genau an diesen Stellen muss nun die warme Luft ihre Feuchtigkeit an die Umgebung abgeben, sie kondensiert also. 
Wir sehen das im Van dann als Wasser. Die Hauptaufgabe der Isolierung ist es, diesen Wärmeübergang zu verzögern, damit möglichst keine Kondensation am kalten Blech stattfindet.

Eine Dämmung ist auf jeden Fall zu empfehlen.

Mit diesem Wissen kann man sich jetzt Gedanken über den zu verwendenden Dämmstoff machen.

Außerdem kommt ein weiterer Faktor hinzu, der Platz. Da im Van nur ein begrenzter Raum zur Verfügung steht, sollte die Dämmung so dünn, leicht und effektiv wie möglich sein.

Unser Balu

So kamen wir nach etwas Recherche auf den wohl bekanntesten Vertreter im Van Ausbau: ArmaFlex. Dabei handelt es sich um selbstklebende Matten aus Kunststoff mit sehr guten Dämmeigenschaften.

Ein weiterer Vorteil dieses Dämmstoffes ist, dass er Dampfdiffusionsdicht ist. Er lässt keine Feuchtigkeit durch. Diese Eigenschaft ist für die Verwendung im Van ideal, da man so, Dampfsperre und Isolation in einem hat.

Das Problem mit der kondensierenden Feuchtigkeit lässt sich so recht gut lösen. Wir hatten also einen Dämmstoff gefunden der sehr gut für die Anwendung in unserem Camper geeignet ist.

Welcher Dämmstoff?

Natürlich gibt es auf dem Markt diverse Alternativen zu Armaflex. Um diese Alternativen überhaupt zu finden und miteinander vergleichen zu können mussten wir uns aber zuerst einmal die genauen Eigenschaften anschauen.

Die wichtigsten Kennwerte für unseren Vergleich waren folgende:

Außerdem haben wir häufig negative Bewertungen über den Geruch des Kunststoffs gelesen. Da dieser aber nicht messbar ist und die Kommentare bei allen gängigen Dämmstoffen zu finden waren ließen wir diesen Faktor nicht in unseren Vergleich einfließen.

Wir haben uns zum besseren Vergleich eine kleine Tabelle erstellt, in der wir alle Eigenschaften für uns bewertet haben.

Dämmstoff Dampfdiffusionskennzahl Wärmeleitfähigkeit[in W/m * K] Brandverhalten Preis pro m² Link
Armaflex (19mm)10.0000.033 @ 0°CB-s3-d09,50€
Armaflex Kaufen
K-Flex (19mm)10.0000.033 @ 0°CB-s3-d09,08€
K-Flex Kaufen
X-Trem Isolator (20mm)"dampfdicht"0,020 - 0,035K.A.19,80€X-TREM Isolator
Styropor EPS PS35 (20mm)60-1200,035E3,82€ Styropor Kaufen

Zur Tabelle ist noch zu sagen, dass Armaflex und K-Flex selbstklebend sind und der X-TREM Isolator sowie das Styropor nicht. Das Styropor ist zwar die günstigste Variante, aber für den Einsatz im Van ungeeignet, wegen der niedrigen Dampfdiffusionkennzahl. Hier würde eine Dampfsperre benötigt werden.

Aufgrund dieses Vergleichs haben wir uns für K-Flex entschieden. Es gibt natürlich neben diesen Dämmstoffen noch viele weitere.

Ganz nebenbei hatte die Dämmung übrigens einen weiteren Vorteil, sie isoliert nicht nur gegen Temperaturunterschiede, sondern sie bricht auch den Schall.

Das ist besonders während der Fahrt sehr hilfreich.

Wo sollte die Dämmung im Camper angebracht werden?

Nachdem wir nun einen passenden Dämmstoff gefunden hatten stellte sich uns gleich die nächste Frage, wo sollten wir dämmen? Überall oder nur an den großen Flächen?

Grundsätzlich lässt sich die Frage so beantworten: Überall wo nicht gedämmt ist kann Feuchtigkeit kondensieren.

Wir Dämmen unseren Camper

Am Ende muss diese Frage natürlich jeder für sich selbst beantworten und sie hängt im Wesentlichen davon ab, wie ihr euren Camper einsetzten wollt.

Jemand der hauptsächlich im Sommer unterwegs ist, der muss hier anders vorgehen als jemand der seinen Camper Van ganzjährig nutzen möchte.

Außerdem kommt es auf den weiteren Innenausbau an. Denn Kondensation ist im ersten Moment mal noch gar kein Problem, solange die entstandene Feuchtigkeit wieder abtrocknen kann. Man bekommt erst Probleme wenn das Wasser eingeschlossen wird, erst dann entsteht Schimmel.

Da wir unseren Balu hauptsächlich im Sommer nutzen möchten und wir einen Innenausbau aus Holz geplant haben (Holz kann die Feuchtigkeit gut aufnehmen und auch wieder abgeben) haben wir uns dafür entschieden möglichst alle Flächen mit einer Lage 19mm K-Flex zu bekleben.

Alu Butyl und Dämmung im Camper?

Anbringen von Alu Butyl

Als letztes stellte sich uns die Frage, ob wir zusätzlich zur Dämmung noch Alu Butyl anbringen sollten. Auch hier haben wir die wichtigsten Informationen dazu im Internet recherchiert.

Der Sinn von Alu Butyl ist im Gegensatz zur Dämmung, die Schwingungen von großen Blechen zu reduzieren. So kann man seinen Van sehr gut „entdröhnen“, denn bei der Fahrt entstehen Schwingungen die sich dann auf die Karosserie übertragen und bei großen Flächen Geräusche entwickeln.

Wenn man einmal darüber nachdenkt benötigt man, wenn man sich für einen aufgeklebten Dämmstoff entscheidet, eigentlich kein zusätzliches Alu Butyl, da durch die Dämmung bereits der selbe Effekt der Entdröhnung erzielt wird.

Da Alu Butyl aber auch nicht schadet und es nicht besonders teuer ist, haben wir uns dafür entschieden die größten Flächen zusätzlich mit einer Lage zu bekleben.

Unser Camper ausgestattet mit Alu Butyl, trotz Dämmung

So haben wir es gemacht:

Vorbereitung für das Anbringen der Dämmung in unserem Camper

Die Verarbeitung von K-Flex ist denkbar einfach und das Vorgehen ist eigentlich immer das selbe: Ausmessen, zuschneiden und aufkleben.

An manchen Stellen geht das sehr einfach und schnell, an anderen, schwer zugänglichen stellen dauert es ein wenig länger.

Es gibt aber ein paar Kleinigkeiten zu beachten.

Wichtig bei der Verarbeitung ist, dass die Klebeflächen durchgehend am Blech anliegen denn in jedem Hohlraum entsteht ein Luftraum in dem sich Feuchtigkeit sammeln kann, die dann nicht mehr entweichen kann.

Damit der Kleber richtig hält, muss der Untergrund also, wie eigentlich immer wenn man etwas klebt, trocken, staub und fettfrei sein.

Dann klebt das K-Flex wirklich gut, sehr gut um genau zu sein… Hat man aus versehen die Folie einmal zu weit abgezogen und ist am Blech kleben geblieben, dann klebt es. Dann bekommt man es nur schwer wieder ab…

So haben wir alle Innenflächen unseres Balus beklebt, Stück für Stück und in mühevoller Kleinarbeit.

Doch die Arbeit lohnt sich.

Dämmung des Bodens in unserem Camper

Tipp:

Achtet darauf dass ihr ein richtig scharfes Messer verwendet, so Fransen die Ecken nicht aus und ihr bekommt saubere Schnittkanten.

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