Neuseeland mit dem Campervan

In diesem Blogbeitrag wollen wir euch ausführlich über unsere Erfahrungen von der Reise mit dem Campervan durch Neuseeland berichten.


Als aller erstes stellt sich jedoch die Frage, ob man überhaupt mit dem Campervan durch Neuseeland reisen möchte.
Diese Frage muss natürlich am Ende jeder für sich selbst beantworten, wir können es euch aber definitiv empfehlen.

Wieso überhaupt mit einem Campervan durch Neuseeland reisen?

Von Instagram und Co. kennt man die Bilder:
Ein Parkplatz mit herrlichem Sonnenaufgang direkt am Meer.

Auch wir haben uns begeistern lassen und uns für einen Camper und somit für diese Art zu reisen entschieden.

Für uns war es also von Anfang an klar, wenn Neuseeland, dann im Campervan.

Das Land ist übrigens wie gemacht dafür. Es gibt jede Menge Campingplätze (in Neuseeland Holidayparks genannt) sowie Freedom-Campingplätze auf denen man kostenlos übernachten kann. Das Angebot ist wirklich riesig.
Außerdem waren für uns die Hauptgründe für einen Camper die nahezu uneingeschränkte Freiheit und Flexibilität.
Es ist einfach ein gutes Gefühl wenn man weiß, dass man die geplante Etappe nicht um jeden Preis abfahren muss, sondern einfach wenn es genug ist eine Pause an einem schönen Platz machen kann und den Rest am nächsten Tag erledigt.
Solche Momente machen einen Neuseeland-Urlaub aus. Hinzu kommt, dass man immer seine eigene Küche dabei hat. Uns ist es ab und an passiert dass wir erst spät abends an unserem geplanten Stellplatz angekommen sind. Dann hatten oft keine Restaurants mehr offen und wir waren sehr froh über unsere Notfall-Spaghetti.
Ein weiterer nicht zu vernachlässigender Vorteil ist (je nachdem für welchen Camper man sich entscheidet) die eigene Toilette immer und überall dabei zu haben.

Camper Momente in Neuseeland
Camper Momente in Neuseeland

Was für einen Campervan brauche ich in Neuseeland?

Das ist wohl eine der entschiedensten Fragen für den Urlaub. Wir haben viel Zeit damit verbracht uns diese Frage zu beantworten.

Für uns war es sehr wichtig, dass der Camper über eine eigene Toilette und Dusche verfügt. Den nach einem langen Wandertag eine warme Dusche, oder während man unterwegs ist, kurz auf die Toilette gehen zu können, macht so eine Reise doch recht angenehm und entspannt.

Self Contained Symbol

Außerdem ist der Campervan damit dann automatisch Self Contained, was in Neuseeland wichtig ist.
Ganz so grenzenlos ist die Freiheit dann nämlich doch nicht.
Auf den meisten Freedom-Campingplätzen ist dieses Zertifikat erforderlich.

Wer mit einem nicht zertifizierten Fahrzeug auf einem Stellplatz steht wo ein Zertifikat erforderlich ist und erwischt wird muss auf jeden Fall mit Ärger und hohen Strafen rechnen.


Außerdem sollte der Camper nicht zu groß sein.
Wir wollten nämlich auch in den größeren Städten noch stressfrei einen Parkplatz finden.

Zusätzlich wollten wir in jedem Fall eine Küchenzeile für den Notfall haben
(die sich wie oben schon erwähnt, auch gelohnt hat).

Mit solchen Kriterien schränkten wie die Suche dann schon sehr stark ein und landeten letztendlich in der „Sprinter-Kategorie“.

Unser Campervan
Unser Campervan

Wo mietet man einen Campervan in Neuseeland?

In Neuseeland gibt es dutzende Anbieter von Campervan ’s. Der Markt und die Nachfrage ist riesig. Hier lohnt es sich, sich Zeit zu nehmen und zu vergleichen.
Wir empfehlen euch, überlegt euch zuerst was ihr möchtet – welche Größe und welche Ausstattung.
Diese Fragen sollte man vorab klären und dann die entsprechenden Angebote bei den verschiedenen Anbietern vergleichen.
Wichtig ist nur, dass man so früh wie möglich bucht, da die Nachfrage sehr hoch ist. Durch einfaches googeln findet man dutzende Anbieter die sich im Preis recht stark unterscheiden.


Worauf bei der Buchung eines Campervan ’s in Neuseeland achten ?

Bei der Buchung eines Campers spielt natürlich in erster Linie der Preis eine Rolle.

Doch es gibt weitere Themen die man nicht vernachlässigen sollte.

So empfehlen wir z.B. definitiv darauf zu achten, dass eine Versicherung ohne Selbstbehalt direkt mit dabei ist oder zugebucht werden kann. Denn an Steinschlägen mangelt es in Neuseeland nicht und euer Campervan wir den ein oder anderen abbekommen. Außerdem macht das die Abgabe des Campers deutlich entspannter. Ihr spart euch Diskussionen und Ärger.

Zusätzlich entstehen normalerweise Kosten, falls ihr den Camper nicht am gleichen Ort zurück gebt wie ihr ihn anmietet, die sogenannten Einweggebühren.

Dazu kommt, dass in Neuseeland der Diesel nicht direkt an der Tankstelle besteuert wird, sondern über die sogenannte Straßenbenutzungsgebühren.
Diese beträgt für 1000 km aktuell 68 NZD (Stand 2018) und kann bei der Rückgabe des Campers bezahlt werden (man bezahlt dann für die tatsächlich gefahrenen km).

Oft ist dazu noch eine Mindestmietdauer sowie ein Mindestalter vorgeschrieben.


Tipps zu Bedienung eines Campervan (speziell in Neuseeland) die wir gerne vorher gewusst hätten.

Da nicht jeder der nach Neuseeland reist ein erfahrener Camper ist, haben wir hier ein paar Tipps zusammengetragen die uns hilfreich erscheinen.

Denn auch wir hatten vorher keine Ahnung wie so ein Camper zu bedienen ist.

Mit diesen Tipps wird der Start für euch hoffentlich etwas leichter als für uns.

Frischwasser und Abwasser

Achtet auf ausreichend große Frisch- und Abwassertanks bei der Wahl eures Campers.
Mit der Campergröße, die wir hatten, war es uns möglich eine Nacht entspannt ohne regulären Campingplatz auszukommen. Spätestens wenn wir aber Abends nach einem langen Tag beide geduscht hatten war der Abwassertank voll und das Frischwasser fast leer.
Wir mussten also am nächsten Tag wieder leeren bzw. auffüllen. Wenn ihr also längere Zeit autark stehen möchtet, müsst ihr entweder sparsamer mit dem Wasser sein oder einen größeren Camper wählen.

Dumpstation

Das leeren der Abwassertanks macht man an sogenannten Dump Stations. Diese erkennt man an dem nebenstehenden Schild. Man findet sie auf jedem Holidaypark und an vielen Tankstellen. Meist ist auch eine Frischwasserversorgung dabei.

Grey-Water

Das leeren des Abwassertanks (Grey-Water) erfolgt mittels eines Schlauches der normalerweise bei eurer Ausrüstung dabei ist. Um das Grey-Water zu leeren fahrt ihr an eine Dump-Station, verbindet den Schlauch mit eurem Auslassventil, steckt den Schlauch in das Loch und öffnet das Ventil. Dann lasst ihr den Tank leerlaufen.

Black-Water

Das leeren der Toilettenbox (Black-Water) war bei uns sehr einfach. Die Box konnte von außen entnommen werden und dann bequem zu Dump-Station getragen werden.

Frischwasser

Das auffüllen der Frischwassertanks ist relativ einfach. Ihr habt dazu einen Wasserschlauch bei eurer Camperausrüstung den ihr einfach an die entsprechenden Säulen anschließt. In aller Regel befindet sich auf dem Campingplatz direkt an der Stromsäule ein Wasseranschluss. Ihr müsst also zum Frischwassertanken den Camper im Normalfall nicht bewegen.
Ihr müsst nur aufpassen, dass ihr den Schlauch beim Auffüllen weit genug in die Öffnung steckt. Denn im Normalfall macht der Tank einen Bogen. Wenn ihr mit dem Schlauch vor diesem Bogen seid dann kommt euch beim aufdrehen erstmal Wasser entgegen

Unser Camper beim Frischwaser tanken
Unser Camper beim Frischwaser tanken

Strom

Der Stromanschluss erfolgt ebenfalls über ein mitgeliefertes Kabel und kann direkt am Stellplatz (meistens an einer Säule) eingesteckt werden. Achtung! Denkt unbedingt daran das Stromkabel auszustecken wenn ihr losfahren möchtet. Im Normalfall gibt es keinen Warnton o.ä. wenn das Kabel noch eingesteckt ist und ihr könnt trotzdem losfahren – Wir haben das … getestet …

Warmwasser

Das warme Wasser in einem Camper ist so eine Sache…
Man muss dazu wissen dass die meisten Camper über eine Gastherme verfügen. Möchte man also warmes Wasser im Camper, muss man zuerst ein paar Minuten vorher diese Therme einschalten. Dazu muss das Gas aufgedreht werden, sonst wartet man lange ;).

Außerdem haben diese Gasthermen in der Regel ein sogenanntes De-Frost-Ventil. Wenn dieses offen ist, läuft euch das erwärmte Wasser direkt unter dem Camper raus. Das Ventil soll den Wasserkreislauf im Falle von Frost vor Überdruck schützen und sollte auch nur dann geöffnet sein.

Wenn man das nicht weiß, und am ersten Abend nach einem langen Flug, stressigen Momenten im Linksverkehr und schlechtem Wetter eine warme Dusche im eigenen Camper nehmen möchte, steht man ganz schön blöd da…

Gut, dass man sich dann auf die freundlichen und hilfsbereiten Neuseeländer verlassen kann.


Nachteile wenn man mit dem Campervan durch Neuseeland reist?

Kann so ein Camper überhaupt Nachteile haben?

– Ja, die hat er –

Der für uns größte Kritik-Punkt ist der Platz. Man muss sich schon gut organisieren. Wir würden z.B. nie wieder Koffer mit in einen so „kleinenCamper nehmen. Diese sind sperrig und wir mussten uns Spanngurte kaufen um sie ordentlich zu sichern.
Besser wären hier Taschen oder Rucksäcke gewesen die man gut verstauen kann.

Außerdem sollte man die sehr dünne Isolationsschicht berücksichtigen. Das bedeutet, dass es je nach Jahreszeit sehr kalt im Camper werden kann. Es lohnt sich dann z.B. eine Heizlüfter auszuleihen, da die Gasheizung nicht über Nacht durchlaufen sollte.


Fazit zu Neuseeland mit dem Campervan

Trotz unserer anfänglichen Startschwierigkeiten würden wir die Reise mit dem Camper immer wieder machen. Aus unserer Sicht überwiegen die Vorteile deutlich und wir können es jedem nur empfehlen.


Tipps:

  • Lasst euch Zeit bei der Entscheidung welchen Camper ihr wählt, diese ist eine der Wichtigsten!

  • Angebote vergleichen und so früh wie möglich buchen.

  • Eine Versicherung für entspanntes Reisen.

  • Bei der Übergabe bzw. Einweisung des Campers gut aufpassen.



Wenn euch der Beitrag gefallen hat, dann lasst uns gerne einen Kommentar da und Schaut euch auch unsere anderen Reisen an.

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